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2. Mai 2018

Denk­fa­brik mit Gleis­an­schluss

Aus einer beweg­ten Ver­gan­gen­heit wird eine viel­ver­spre­chen­de Zukunft. Direkt neben dem Bahn­hof Schlie­ren, wo frü­her die gewal­ti­gen Druck­ma­schi­nen der renom­mier­ten NZZ rotier­ten, ent­steht der­zeit Raum für 2000 Arbeits­plät­ze für Engi­nee­ring, Tech­no­lo­gie und Indu­strie 4.0.

Wo frü­her die gewal­ti­gen Druck­ma­schi­nen der renom­mier­ten NZZ rotier­ten, ent­steht der­zeit Raum für 2000 Arbeits­plät­ze für Engi­nee­ring, Tech­no­lo­gie und Indu­strie 4.0. Ein Spa­zier­gang durch Hal­len mit glor­rei­cher Ver­gan­gen­heit und gros­ser Zukunft.

Die klei­ne Druck­ma­schi­ne steht ver­las­sen in der rie­si­gen Indu­strie­hal­le. Aus ihr kam vor fast 200 Jah­ren die erste Aus­ga­be der Neu­en Zür­cher Zei­tung. Im Lau­fe der Jah­re folg­ten ihr vie­le, wesent­lich grös­se­re Anla­gen. Die letz­ten drei davon, gewal­ti­ge Rota­ti­ons­druck­ma­schi­nen, befan­den sich in eigens um sie her­um­ge­bau­ten Hal­len. Die­se ste­hen heu­te aller­dings leer, die Anla­gen wur­den längst demon­tiert. Nur die erste und älte­ste ist noch hier im ehe­ma­li­gen Druck­zen­trum der NZZ in Schlie­ren.

Geht es nach der Besit­ze­rin des Are­als, Swiss Prime Site Immo­bi­li­en, dann wird das auch so blei­ben. Sie möch­te die­ses Stück Schwei­zer Geschich­te erhal­ten und wird der Ur-Druck­ma­schi­ne nach dem Umbau einen gebüh­ren­den Platz auf dem Are­al zuwei­sen. Die gros­se Hal­le, in der bis vor Kur­zem die lei­stungs­fä­hig­ste Druck­ma­schi­ne stand, hat gewal­ti­ge Aus­mas­se. Vor allem im aktu­el­len, lee­ren Zustand. Doch mit der rechts­kräf­ti­gen Bau­be­wil­li­gung vom März 2018 wird es nun nicht mehr lan­ge dau­ern, bis der Umbau beginnt. «Unter dem neu­en Namen JED – Join Explo­re Dare – wird in Schlie­ren ein Zen­trum für Wis­sen und Trans­fer ent­ste­hen», erklär­te Peter Leh­mann, CEO Swiss Prime Site Immo­bi­li­en, unlängst in einem Inter­view.

Die gros­se Hal­le, in der bis vor Kur­zem die lei­stungs­fä­hig­ste Druck­ma­schi­ne stand, hat gewal­ti­ge Aus­mas­se.

«In der erwähn­ten Hal­le, genau dort wo die gros­se Druck­ma­schi­ne stand, ent­steht ein Teil der neu­en Büros von Zühl­ke», erklärt Brit­ta Rich­li. Sie ist Asset Mana­ge­rin bei Swiss Prime Site Immo­bi­li­en. Ihr Kun­de, der Tech­no­lo­gie­kon­zern Zühl­ke, ist aktu­ell in zwei Gebäu­den in unmit­tel­ba­rer Nähe unter­ge­bracht und wird hier als Mie­ter ab Anfang 2020 auf über 8500 Qua­drat­me­tern ein­zie­hen. Dazu wird das Beton­fun­da­ment ange­passt und auf die­sem wer­den vier Eta­gen Büros gebaut. Inklu­si­ve Lif­te, Trep­pen­haus und Atri­um. Gleich neben­an gibt es wei­te­re Geschäfts­räum­lich­kei­ten, Labors und eine Werk­statt. Auf den ersten Blick hät­te man aus dem Objekt ein­fach eine Gewer­be­lie­gen­schaft machen kön­nen. Doch nach Ansicht von Swiss Prime Site Immo­bi­li­en ent­spricht dies lang­fri­stig kaum der Nach­fra­ge. Der Wirt­schafts­raum Zürich braucht unbe­dingt Raum und Kon­zep­te, die Wis­sens­ar­bei­ter und Indu­strie 4.0 zusam­men­brin­gen, ist sich das Unter­neh­men sicher – Flä­chen für Inge­nieu­re und klei­ne, hoch­fle­xi­ble Werk­stät­ten. Peter Leh­mann und sei­ne Mit­ar­bei­ter ken­nen die Vor­tei­le die­ses Stand­or­tes genau. Hier auf dem Are­al, wo frü­her pro Tag Papier in einer Gesamt­län­ge von 2000 Kilo­me­tern bedruckt wur­de, fehlt es an nichts. Gleis­an­schluss? Vor­han­den. Last­kran? Vor­han­den! Genau­so aber auch Glas­fa­ser­ka­bel und unmit­tel­ba­rer Zugang zu hoch­qua­li­fi­zier­ten Arbeits­kräf­ten, Hoch­schu­len und nicht zuletzt zum Finanz­platz Zürich.

War­um bie­tet das Kon­zept JED mehr als ein klas­si­sches Büro­haus mit einer anschlies­sen­den Werk­hal­le? Es ist der Mix. Das Are­al ver­fügt auf aktu­ell 21000 Qua­drat­me­tern über genü­gend Raum und Distanz, damit in der Mit­te eine Event­hal­le ent­ste­hen kann. Bereits jetzt war als Zwi­schen­nut­zung zwei­mal der renom­mier­te Start-up-Event «TOP 100» von ETH und EPFL zu Gast. Das soll in Zukunft noch wei­ter inten­si­viert wer­den. Denn die Erwar­tun­gen an die Stand­ort­qua­li­tät sind bereits heu­te hoch und wer­den in Zukunft noch wei­ter­wach­sen, sind die Ver­ant­wort­li­chen bei Swiss Prime Site Immo­bi­li­en über­zeugt. Doch es sind neue Ansprü­che, mit denen das Unter­neh­men von ihren Mie­tern kon­fron­tiert wird und die wie­der­um von Mit­ar­bei­ten­den an die Mie­ter gestellt wer­den: Fle­xi­bi­li­tät, Ver­kehrs­an­bin­dung, ein inter­es­san­ter Mie­ter­mix und ein inspi­rie­ren­des Umfeld.

Aus ihr kam vor fast 200 Jah­ren die erste Aus­ga­be der Neu­en Zür­cher Zei­tung.

Das Pro­jekt­team ist sich des­sen bewusst und rich­tet das Vor­ha­ben gera­de des­halb und schon von Beginn weg kon­se­quent auf den zukünf­ti­gen Markt aus. Wo man frü­her Bera­ter ver­schie­de­ner Spar­ten von Dienst­lei­stun­gen enga­giert hät­te, wird heu­te direk­ter ermit­telt. Bei­spiels­wei­se wer­den Fra­gen zur Gastro­no­mi­ein­fra­struk­tur und zum Ange­bot für 1000 Mit­ar­bei­ten­de an drei Hotel­fach­schu­len in Lau­sanne, Luzern und Ber­lin als Abschluss­ar­beit ver­ge­ben. Men­schen die­ser Genera­ti­on sind es, die über die Attrak­ti­vi­tät und schliess­lich den Erfolg des Kon­zep­tes lang­fri­stig urtei­len wer­den. Resul­ta­te der Stu­di­en möch­te das Pro­jekt­team noch nicht ver­ra­ten. Ein gewis­ser Vor­sprung scha­det auch im Immo­bi­li­en­be­reich nicht.

Auch für die Event­hal­le ist Gros­ses geplant. Kura­tier­te Ver­an­stal­tun­gen aus dem Wis­sens­be­reich soll sie beher­ber­gen. Kon­gres­se, Sym­po­si­en und ger­ne auch ab und zu Kul­tur. Wenn sie aber ein­mal leer ste­hen soll­te, sind dort rasch drei, vier Bad­min­ton­plät­ze auf­ge­stellt. Dafür wer­den sich bei über 1000 Leu­ten auf dem Are­al sicher Abneh­mer fin­den. Aus wirt­schaft­li­cher Sicht scheint dies auf den ersten Blick nicht loh­nens­wert, ist aber einer von vie­len klei­nen Stand­ort­vor­tei­len, die JED bie­ten soll und die das Ange­bot so attrak­tiv machen.

Das Are­al ver­fügt auf aktu­ell 21000 Qua­drat­me­tern über genü­gend Raum und Distanz, damit in der Mit­te eine Event­hal­le ent­ste­hen kann.

In der näch­sten Hal­le wird gera­de abge­baut. Ein Spin-off der ETH hat hier über ein paar Mona­te hin­weg Droh­nen gebaut. Ein idea­ler Stand­ort bei einer Raum­hö­he von über 10 Metern. Was als Näch­stes rein­kommt? Man weiss es noch nicht. Für den End­aus­bau ist man mit einem Sport­cen­ter im Gespräch. Platz für eine Klet­ter­hal­le und fünf, sechs Squash­hal­len hät­te es pro­blem­los. Viel­leicht aber auch ein Med­Tech-Unter­neh­men? Die Liste der Inter­es­sen­ten ist lang. Über etwa 7000 Qua­drat­me­ter sind die Gesprä­che bereits in fort­ge­schrit­te­nem Sta­di­um…