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26. Novem­ber 2018

Ein neu­er Stan­dard am besten Stand­ort

Pont-Rouge in Lancy, Swiss Prime Site

Der Stan­dard für nach­hal­ti­ges Bau­en SNBS ist eine wich­ti­ge Ori­en­tie­rungs­grös­se für die nach­hal­ti­gen Ent­wick­lungs­pro­jek­te von Swiss Prime Site. Auch beim Gross­pro­jekt Alto Pont-Rouge wird die­ser Ansatz ver­folgt.

Nach­hal­ti­ges Bau­en ist eine der zen­tra­len Bestre­bun­gen von Swiss Prime Site Immo­bi­li­en. Des­halb ori­en­tiert sich das Unter­neh­men bei künf­ti­gen Bau­pro­jek­ten mehr­heit­lich am Stan­dard Nach­hal­ti­ges Bau­en Schweiz (SNBS). Den Anfang macht ein Geschäfts­kom­plex am Pont-Rouge in Lan­cy. Bericht einer Stand­ort­be­ge­hung im zukünf­ti­gen Geschäfts­vier­tel von Genf.

Eine S-Bahn kann viel bewe­gen. Sie bringt Men­schen zum Arbeits­ort und wie­der nach Hau­se, sie macht Mobi­li­tät umwelt­freund­li­cher und sie sorgt dafür, dass sich ein gan­zes Stadt­vier­tel neu erfin­det. Genau das pas­siert gera­de in Genf, genau­er im Süden der Stadt zwi­schen Lan­cy, Carouge und Plain­pa­lais. Hier arbei­ten meh­re­re Par­tei­en gera­de mit Hoch­druck am Gross­pro­jekt Praille-Acaci­as-Ver­nets (PAV), das auf über 230 Hektaren ein moder­nes Quar­tier zum Leben und Arbei­ten schafft. Frü­her war dies das Indu­strie­vier­tel am Ran­de von Genf. Dann hat sich die Stadt immer wei­ter aus­ge­dehnt und das Are­al näher­te sich mehr dem Zen­trum an. Doch erst der poli­ti­sche Ent­scheid, das Vier­tel mit einer eige­nen S-Bahn-Linie zu erschlies­sen, mach­te aus dem Gebiet end­gül­tig einen attrak­ti­ven Stand­ort für Käu­fer, Mie­ter wie auch Inve­sto­ren.

Jean Megow, Head Regi­on West bei Swiss Prime Site Immo­bi­li­en ist über­zeugt, dass hier das künf­ti­ge Geschäfts­vier­tel von Genf ent­steht. Noch ist davon aller­dings nicht all­zu viel zu sehen, denn auf den 100000 m2 vor, hin­ter und neben uns herrscht vor allem eines: Bau­stel­le. «Pont-Rouge» heisst das Are­al, das durch die unmit­tel­ba­re Nähe zum Bahn­hof Lan­cy Pont-Rouge das Tor zum PAV bil­det. Hier wer­den in spä­te­stens vier Jah­ren vor allem Gebäu­de für Büro- und Retail­räu­me ste­hen. Und Swiss Prime Site Immo­bi­li­en ist mit­ten­drin. «Ein Drit­tel der Flä­che bebau­en wir», so Jean Megow. Die Pla­nungs­pha­se ist gera­de abge­schlos­sen. «Letz­tes Jahr haben wir das Grund­stück gekauft und jetzt im Novem­ber rei­chen wir das Bau­ge­such ein. In einem Jahr kön­nen wir dann mit dem Bau begin­nen.» 2022 soll das Geschäfts­ge­bäu­de, das sich über 16 Eta­gen erstrecken wird, bezugs­be­reit sein. Es wird eine der ersten Immo­bi­li­en im Besitz von Swiss Prime Site Immo­bi­li­en, die nach dem Stan­dard Nach­hal­ti­ges Bau­en Schweiz (SNBS) ent­wickelt wur­de.

«Letz­tes Jahr haben wir das Grund­stück gekauft und jetzt im Novem­ber rei­chen wir das Bau­ge­such ein. In einem Jahr kön­nen wir dann mit dem Bau begin­nen.»

Pont-Rouge in Lancy, Swiss Prime Site

Der SNBS ist noch ein jun­ger Bau­stan­dard, der 2013 ver­öf­fent­licht und 2016 um ein Zer­ti­fi­zie­rungs­ver­fah­ren erwei­tert wur­de. Das Beson­de­re: Die dar­in ent­hal­te­nen Kri­te­ri­en kon­zen­trie­ren sich nicht nur auf die öko­lo­gi­schen Aspek­te des Bau­ens, son­dern neh­men auch wirt­schaft­li­che und gesell­schaft­li­che Rah­men­be­din­gun­gen einer Immo­bi­lie ins Blick­feld. Ins­ge­samt 45 Ein­zel­as­pek­te müs­sen Gebäu­de nach SNBS erfül­len. Sie rei­chen von der Ener­gie­ver­sor­gung über den Kauf- und Miet­preis bis zur Infra­struk­tur und der Inte­gra­ti­on von Begeg­nungs­zo­nen. Jedes Kri­te­ri­um wird auf einer Ska­la von eins bis sechs bewer­tet. Ab einer Note von vier ist der Indi­ka­tor erfüllt, bei allem dar­un­ter muss nach­ge­bes­sert wer­den. Zudem sind die Kri­te­ri­en nach Bau­pha­sen struk­tu­riert. Das heisst, für jede Bau­pha­se gibt es bestimm­te Indi­ka­to­ren, die berück­sich­tigt wer­den müs­sen, sodass eine durch­ge­hen­de Beglei­tung sicher­ge­stellt wird. Und die beginnt schon bei der Akqui­si­ti­on. Schliess­lich sind Lage und Infra­struk­tur nach SNBS ent­schei­dend für die Qua­li­tät einer Lie­gen­schaft. «Was das angeht, ist das Pro­jekt ‘Pont-Rouge’ per­fekt», so Jean Megow. «Die zen­tra­le Lage und der neue Bahn­hof Lan­cy direkt vor der Tür – bes­ser geht es nicht.»

Dabei war zu Beginn des Pro­jek­tes noch gar nicht klar, ob das Gebäu­de über­haupt nach SNBS zer­ti­fi­ziert wer­den kann. «Unse­re Inve­sti­tio­nen betref­fen ein Drit­tel des Are­als», erklärt Jean Megow. «Des­halb muss­ten wir erst ein­mal klä­ren, ob wir die Zer­ti­fi­zie­rung auch dann anstre­ben kön­nen, wenn alle Gebäu­de um uns her­um die SNBS-Kri­te­ri­en nicht erfül­len. Hin­zu kommt, dass wir nur den Grund­aus­bau – also alles, was Swiss Prime Site Immo­bi­li­en direkt beein­flus­sen kann – nach SNBS pla­nen und bau­en wol­len. Der Mie­ter­aus­bau blie­be aus­sen vor. Ob das über­haupt mög­lich ist, muss­ten wir vor­her abklä­ren. Auf bei­de Fra­gen haben wir aber schnell eine posi­ti­ve Ant­wort bekom­men. Die Ampeln ste­hen also auf Grün.»

Pont-Rouge in Lancy, Swiss Prime Site

«Die zen­tra­le Lage und der neue Bahn­hof Lan­cy direkt vor der Tür – bes­ser geht es nicht.»

Die Koor­di­na­ti­on zwi­schen den Pro­jekt­lei­tern und den Ent­wick­lern, den Archi­tek­ten, den Bau­her­ren und der SGS SA, die den Zer­ti­fi­zie­rungs­pro­zess nach SNBS beglei­tet, liegt in den Hän­den von Jan Rüegg, Pro­jekt­lei­ter Nach­hal­tig­keit bei Win­ca­sa. Er ist die zen­tra­le Ansprech­per­son, wenn es um die Zer­ti­fi­zie­rung im Bereich Nach­hal­tig­keit geht. Bei ihm lau­fen alle Fäden zusam­men. «Mei­ne Auf­ga­be ist es, den Pro­zess zu beglei­ten, die Qua­li­tät sicher­zu­stel­len und den Über­blick zu behal­ten», erklärt Jan Rüegg. «Ich tra­ge alle Doku­men­te zusam­men, berei­te sie auf und rei­che sie bei der SGS ein. Unter­stützt wer­de ich dabei von einem Inge­nieur­bü­ro, das Erfah­rung mit der Zer­ti­fi­zie­rung hat.» Denn ein sol­cher Pro­zess erfor­dert jede Men­ge Know-how. Auf allen Sei­ten. Des­halb wur­den auch die Archi­tek­ten zu SNBS-Spe­zia­li­sten aus­ge­bil­det. Einer von ihnen ist Jor­ge Guil­len. Er emp­fin­det die Leit­li­ni­en als Berei­che­rung: «Die Schwei­zer Stan­dards für nach­hal­ti­ges Bau­en sind im Gegen­satz zu vie­len ande­ren Zer­ti­fi­zie­rungs­pro­gram­men sehr pra­xis­ori­en­tiert. Man muss kei­ne wis­sen­schaft­li­che Abhand­lung schrei­ben, um den Nach­weis für ein bestimm­tes Kri­te­ri­um erbrin­gen zu kön­nen. Und auch die Zusam­men­ar­beit mit Win­ca­sa könn­te nicht bes­ser lau­fen. So mache ich zum Bei­spiel Vor­schlä­ge für nach­hal­ti­ge Bau­ma­te­ria­li­en, die dann nach SNBS geprüft wer­den. Oder Jan kommt mit Ide­en auf mich zu, die ich dann wie­der­um auf ihre Mach­bar­keit prü­fe.» Ein Aus­tausch, der dem Bau und dem Pro­jekt zugu­te­kommt, da sind sich Ent­wick­ler, Pro­jekt­lei­ter und Archi­tekt einig.

Die Koor­di­na­ti­on zwi­schen den Pro­jekt­lei­tern und den Ent­wick­lern, den Archi­tek­ten, den Bau­her­ren und der SGS SA, die den Zer­ti­fi­zie­rungs­pro­zess nach SNBS beglei­tet, liegt in den Hän­den von Jan Rüegg, Pro­jekt­lei­ter Nach­hal­tig­keit bei Win­ca­sa (rechts).

Aber war­um eigent­lich SNBS? Es gibt doch auch ande­re, eta­blier­te­re Nach­hal­tig­keits­zer­ti­fi­zie­run­gen, wie zum Bei­spiel Miner­gie oder Leed. «Zuerst ein­mal ist SNBS natür­lich eine Schwei­zer Zer­ti­fi­zie­rung, der die Schwei­zer Gesetz­ge­bung zugrun­de liegt», erklärt Jan Rüegg. «Hin­zu kommt, dass sich ande­re Zer­ti­fi­zie­run­gen aus­schliess­lich auf den Ener­gie­ver­brauch und die Gebäu­de­hül­le kon­zen­trie­ren. Swiss Prime Site Immo­bi­li­en woll­te einen ganz­heit­li­chen Ansatz und hat sich des­halb für SNBS ent­schie­den.» Jean Megow nickt und fügt hin­zu: «Das gesam­te Are­al ist bereits Miner­gie-atte­stiert. Wir set­zen jetzt noch eine umfas­sen­de­re Zer­ti­fi­zie­rung oben­drauf.»

Mehr lei­sten als ande­re. Auch die­ser Anspruch ist typisch für Swiss Prime Site Immo­bi­li­en. Und wel­che Stadt wür­de sich bes­ser eig­nen als Genf, der euro­päi­sche Haupt­sitz der Ver­ein­ten Natio­nen, um ein State­ment für die welt­wei­te Kli­ma­po­li­tik zu set­zen? Ein State­ment, 16 Stock­wer­ke hoch und SNBS-zer­ti­fi­ziert.